Bodybuilding / Kraftsport und Fußball

Muskeln auf dem grünen Rasen
Karl-Heinz Rummenigge, der Ex-Nationalstürmer und Vorstandsvorsitzende des FC Bayern bietet einen guten Einstieg für die Frage: Vertragen sich Kraftsport und Fußball? Dass Fußballer ausgeprägte Oberschenkel haben, ist kein Wunder. Bei einem der weltbesten Spieler der 1980er-Jahre - die Rede ist noch immer von Herrn Rummenigge - hatte die Ausprägung aber fast schon Mister Universum-Format. Und das war nicht naturgegeben, sondern Kalle Rummenigge trainierte bewusst diese Muskeln mit Gewichten. Er wollte damit vor allem seinen Knien Stabilität verschaffen und so das Verletzungsrisiko minimieren.

Kicken und Stemmen - es geht
Das Beispiel zeigt, dass ausgeprägte Muskulatur und Weltklassefußball keine Gegensätze sind, sondern sich ergänzen. Schön, mag man sagen, aber Fußball, das sind immer wieder kurze Sprints, schnelle Drehungen, abrupte Stopps. Und da stört Zusatzgewicht, auch wenn es sich um fettfreie Muskelmasse handelt. Das Argument sticht - allerdings nur im Zwei-Meter-Bereich. Dann ist der Typ mit den Muskeln nämlich auch an der Stelle und wenn es dann zum Sprint kommt, ist der schwere der schnellere, weil er seine Energie kurzzeitig aus den Muskeln abziehen kann - siehe das Beispiel des beneidenswert gut gebauten Sprinters Ben Johnson.

Respekt bitte!
Es gibt Regeln, es gibt den Schiedsrichter und das ist gut so. Aber es gibt auch die Weisheiten "Fußball ist nichts für Mädchen" und "Fußball ist ein körperbetonter Sport".
Und genau hier kommt dann wieder der Kraftsport ins Fußball-Spiel.

Wer wirkt eindrucksvoller? Ein Verteidiger im Magermodellformat oder der Typ, bei dem man die Brustmuskeln unterm Trikot erkennen kann? Bei wem wird sich der gegnerischer Stürmer sagen: "Äh ja, ich glaube, ich spiele doch lieber den Pass zum Kumpel."
Und hier ist nicht nur von den Rempeleien und Nickligkeiten bei Zweikämpfen oder im Torraum, wenn der Freistoß herein kommt, die Rede. Sondern auch von dem unbewussten, instinktiven, archetypischen Respekt vor einem muskulösen Gegner. Von der Zehntelsekunde des Zögerns, ob man den Stürmer doch attackieren soll oder ob man ins Duell mit dem Verteidiger geht.

Dass Torwarte beim heutigen athletischen Spiel Kraftsport zum Erfolg - und zum Überleben - brauchen, ist Konsens. Fazit: Nachteile muss man suchen. Die Vorteile rennen einen daggegen förmlich um.

 

Bild:Fotolia_41306374_XS_© Vladimirs Poplavskis - Fotolia.com

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