Gastbeitrag: Training des unteren Latissimus

Wie mir im Studio doch zunehmend auffällt, scheint das Training der unteren Latansätze kaum Raum in Anspruch zu nehmen. Dies ist doch umso verwunderlicher, so die Entwicklung des Latissimus in die Tiefe hinein für die Gesamterscheinung des Rückens sehr wichtig ist.

Bei manchen Trainierenden stellt sich die Rückenansicht folgerichtig vielmehr als ein T denn ein V dar. Doch gerade darum soll es doch gehen: Der Rücken soll ein V-förmiges Erscheinungsbild erhalten.

Statt nur auf Klimmzüge in der breitgriffigen Variante mit Obergriff oder Latziehen gleicher Ausführungsform, egal ob unter das Kinn oder in den Nacken hinein zu abolvieren, sollten gerade mit Blick auf den unteren Latissimus bzw. dessen Ansatz, welcher knapp über dem Gesäß beginnt, über eine andere Herangehensweise zu dessen Entwicklung nachgedacht werden, da die zuvor genannten Übungen zu dessen Entwicklung nicht wirkliche Eignung besitzen.

Nochmal: Der Rücken, unabhängig davon ob der obere Latissimus und auch der innere Rücken hervorragend entwickelt sein sollten, kann nur dann als wirklich imposant hervorstechen, sofern er auch in die Tiefe gelangt. Dies macht meiner Meinung nach einen gut entwickelten bzw. wirklich kompletten Rücken aus.

Um die Entwicklung des unteren Latansatzes voranzutrieben bzw. zu forcieren, empfehle ich euch Latziehen mit einem reversen Griff (Untergriff). DIe Griffbreite sollte dabei deutlich enger gewählt sein, als dies beim üblichen Latziehen der Fall ist. Diese sollte in Etwa 25 Zentimeter betragen, wobei eine gerinfügige Varianz der Griffbreite nach innen oder nach außen nicht sonderlich ins Gewicht fällt.

Greift jedoch nicht zu eng, da in diesem Fall die Bizepsmitbeteiligung zu erheblich ausfallen würde. Versucht die unteren Ansätze dabei zu spüren während jeder einzelnen Wiederholung. Versucht, den Lat angespannt zu lassen. Wichtig ist überdies, dass ihr euch ganz aushängt, also die negative Phase der Wiederholung ganz bis zum Ende hin zu beschreiben, und nicht etwa nach zwei Drittel des zu beschreibenden Weges die negative Phase beendet. Nochmal: Geht ganz bis zum Ende zurück, so dass ihr eine vollstängige Dehnung der entprechenden Muskelregion erhaltet.
Anstelle des Latziehens mit reversem Griff könnt ihr selbstverständlich auch Klimmzüge mit Untergriff absolvieren, und ihr werdet die gleichen Resultate erhalten. Der Unterschied zum Latziehen besteht indes darin, dass ihr natürlich in der Lage sein müsst, euer Körpergewicht ziehen zu können, sofern es sich dabei nicht um ein Gerät handelt, welches euch beim Hinaufziehen unterstützt. Solange ihr jedoch noch nicht imstande seid, euer Körpergewicht zu ziehen, plädiere ich für das reserve Latziehen, so in diesem Falle die Übungsausführung doch unkomplizierter zu bewerkstelligen ist.

Ferner sind auch Gewichtssprünge bzw. die Erhöhungen oder Senkungen des Gewichts beim reserven Latziehen leicht vorzunehmen. Sofern ihr jedoch zumindest zeitweise reverse Klimmzüge verwenden wollt, gilt hinsichtlich der Übungsausführung das zum reversen Latziehen obig bereits Angemerkte.

Gut, dann hoffe ich, euch von diesen beiden Übungen zur Entwicklung des unteren Lats überzeugt haben zu können oder zumindest einen neuen Anreiz geschaffen zu haben.

Ich wünsche euch viel Spaß und vor allen Dingen Erfolg dabei. C. Meyer-Lindenberg

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